Glossar

Glossar für Arbeitsweltverbesser:innen

Begriffe von DearEmployee, New Work sowie Arbeits- und Organisationspsychologie

Interne Kontrollüberzeugung

Die interne Kontrollüberzeugung (auch: internale Kontrollüberzeugung) ist die Überzeugung, dass die Ereignisse im eigenen Leben vom eigenen Handeln abhängen – nicht von Zufall, Glück oder anderen Menschen. Sie ist einer der beiden Pole des Locus of Control nach Julian B. Rotter; der Gegenpol ist die externe Kontrollüberzeugung.

Woran man internale Kontrollüberzeugung erkennt

Menschen mit stark internaler Überzeugung sagen eher „Die Prüfung lief gut, weil ich mich vorbereitet habe“ als „Ich hatte Glück mit den Fragen“. Typisch sind:

  • Verantwortungsübernahme für Erfolge und Misserfolge
  • proaktives Handeln statt Abwarten
  • höhere Anstrengungsbereitschaft, weil sich Anstrengung aus ihrer Sicht lohnt

Bedeutung am Arbeitsplatz

Internale Kontrollüberzeugung hängt mit höherer Arbeitszufriedenheit, besserer Stressbewältigung und mehr Eigeninitiative zusammen. Sie hat aber eine Voraussetzung, die oft übersehen wird: Die Arbeit muss Kontrolle tatsächlich ermöglichen. In Tätigkeiten ohne Handlungsspielraum läuft die stärkste internale Überzeugung ins Leere – auf Dauer kann ständige Fremdbestimmung das Kontrollerleben sogar untergraben. Wie viel Entscheidungsspielraum eine Tätigkeit lässt, ist deshalb fester Bestandteil der psychischen Gefährdungsbeurteilung.

Häufige Fragen

Was ist eine interne Kontrollüberzeugung?

Die Überzeugung, dass das eigene Verhalten die Ereignisse im eigenen Leben maßgeblich bestimmt. Erfolge und Misserfolge werden dem eigenen Handeln zugeschrieben, nicht äußeren Umständen.

Was ist der Unterschied zwischen interner und externer Kontrollüberzeugung?

Intern: „Es liegt an mir.“ Extern: „Es liegt an den Umständen.“ Die meisten Menschen liegen dazwischen, mit Unterschieden je nach Lebensbereich.

Ist eine interne Kontrollüberzeugung immer von Vorteil?

Überwiegend ja – mit einer Ausnahme: Bei tatsächlich unkontrollierbaren Ereignissen kann starke Internalität zu unangemessenen Selbstvorwürfen führen. Realistisch einordnen zu können, was im eigenen Einfluss liegt, ist die gesündeste Variante.