PGB Software Vergleich

Psychische Gefährdungsbeurteilung Software im Vergleich (2026)

Der Markt für GBPsych-Software ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen. Seit der Bundesarbeitsminister 2023 einen neuen Vollzugsschwerpunkt bei der psychischen Gefährdungsbeurteilung angekündigt hat und die DGUV Vorschrift 2 reformiert wurde, beobachten die Aufsichtsbehörden Unternehmen deutlich intensiver. Die Folge: Mehr als 20 Anbieter drängen auf den Markt, jeder mit dem Versprechen, die gesetzliche Pflicht einfach, schnell und rechtssicher zu lösen.

Für HR-Verantwortliche ist diese Marktvielfalt ein zweischneidiges Schwert. Die gute Nachricht: Es gibt heute deutlich ausgefeiltere Lösungen als noch vor fünf Jahren. Die schlechte Nachricht: Die Unterschiede zwischen Anbietern sind erheblich, und die Wahl der falschen Software kann teuer werden — sowohl finanziell als auch in Bezug auf Compliance und die tatsächliche Verbesserung von Arbeitsbedingungen.

Dieser Leitfaden hilft Dir, den Markt systematisch zu bewerten. Wir erklären die relevanten Bewertungskriterien, kategorisieren die wichtigsten Anbieter und geben eine ehrliche Einschätzung, welche Lösung für welchen Unternehmenstyp geeignet ist.

Hinweis zur Transparenz: DearEmployee ist einer der in diesem Vergleich bewerteten Anbieter. Wir haben uns bemüht, alle Anbieter fair und auf Basis öffentlich zugänglicher Informationen darzustellen.

Warum die Wahl der richtigen GB-Psych-Software entscheidend ist

Die psychische Gefährdungsbeurteilung (GBPsych) ist seit 2013 gesetzlich verpflichtend. §5 Abs. 3 Nr. 6 ArbSchG schreibt die Berücksichtigung psychischer Belastungen bei der Gefährdungsbeurteilung explizit vor. Die Pflicht ist eindeutig — die Umsetzungsrate in deutschen Unternehmen ist es nicht.

Laut verschiedenen Erhebungen hat ein erheblicher Teil der Unternehmen die psychische Gefährdungsbeurteilung noch immer nicht oder nur unvollständig durchgeführt. 2026 markiert einen Wendepunkt: Die Aufsichtsbehörden der Länder haben angekündigt, bei mindestens jedem zwanzigsten Betrieb vor Ort zu prüfen. Bußgelder bei Verstößen gegen das Arbeitsschutzgesetz können bis zu 30.000 Euro betragen.

Doch die Compliance-Dimension ist nur ein Teil des Bildes. Der entscheidende Unterschied zwischen GBPsych-Lösungen liegt nicht darin, ob sie einen Fragebogen bereitstellen — das tun nahezu alle. Der Unterschied liegt darin, was nach der Erhebung passiert:

  • Checkbox-Compliance: Ein Fragebogen wird verteilt, Ergebnisse werden dokumentiert, die Pflicht gilt als erfüllt. Arbeitsbedingungen verbessern sich nicht.
  • Wirksame GB Psych: Belastungen werden valide gemessen, Ursachen werden identifiziert, konkrete Maßnahmen werden abgeleitet und deren Wirksamkeit wird überprüft. Mitarbeitende erleben echte Veränderungen.

Nur die zweite Variante erfüllt den Geist des §5 ArbSchG. Und nur die zweite Variante schützt Dich bei einer Prüfung durch die Arbeitsschutzbehörden wirklich — denn Prüfer verlangen nicht nur eine Dokumentation, dass eine Befragung stattgefunden hat, sondern auch Nachweise über die abgeleiteten Maßnahmen.

Die Wahl der richtigen Software entscheidet darüber, ob deine GB Psych eine Pflichtübung bleibt oder ein echtes Instrument zur Verbesserung von Arbeitsbedingungen wird.

Bewertungskriterien für GBPsych-Software

Bevor Du Angebote vergleichst, solltest Du wissen, worauf es wirklich ankommt. Die folgenden acht Dimensionen ermöglichen einen strukturierten Vergleich — unabhängig davon, welchen Anbieter Du letztlich wählst.

1. Wissenschaftliche Fundierung

Ein valider Fragebogen ist das Fundament jeder GBPsych. Frag: Ist das eingesetzte Instrument wissenschaftlich validiert? Erfüllt es die Anforderungen der GDA-Leitlinie "Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung"? Ermöglicht es Benchmarks mit Vergleichsdaten? Fragebogen, die diesen Standards nicht entsprechen, produzieren Ergebnisse, die weder valide noch vor Aufsichtsbehörden vertretbar sind.

2. Rechtssichere Dokumentation

§6 ArbSchG verpflichtet Arbeitgeber zur Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung. Die Software muss nachweisfähige Unterlagen erzeugen: wer befragt wurde, welche Methode eingesetzt wurde, welche Gefährdungen identifiziert wurden und welche Maßnahmen beschlossen wurden. Frag explizit, ob die Dokumentation eine Betriebsprüfung überstehen würde.

3. Datenschutz und DSGVO-Konformität

Psychische Gesundheitsdaten sind besonders sensibel. Mitarbeitende müssen darauf vertrauen können, dass ihre Antworten anonym bleiben und nicht für andere Zwecke genutzt werden. Entscheidende Fragen: Werden die Daten auf Servern in Deutschland oder der EU verarbeitet? Wie wird die Anonymität bei kleinen Teams garantiert (Mindestgruppengröße)? Liegt ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) bei? Gibt es ISO-Zertifizierungen oder vergleichbare Sicherheitsnachweise?

4. Implementierungsgeschwindigkeit

Wie lange dauert es von der Entscheidung bis zur ersten Befragung? Bei manuellen oder beratungsintensiven Ansätzen können das Monate sein. Software-Plattformen ermöglichen oft einen Start binnen weniger Wochen. Dieser Faktor ist besonders relevant, wenn Du unter Zeitdruck stehst — etwa weil eine Betriebsprüfung angekündigt wurde.

5. Auswertungstiefe

Der Unterschied zwischen Rohdaten und handlungsrelevanten Erkenntnissen ist erheblich. Frag: Erhältst Du nur Durchschnittswerte, oder auch eine Analyse nach Abteilungen, Tätigkeitsgruppen und Standorten? Werden Treiberanalysen durchgeführt, die erklären, warum bestimmte Belastungen auftreten? Gibt es Benchmark-Vergleiche mit der Branche?

6. Maßnahmenempfehlungen

Eine GBPsych ohne konkrete Handlungsempfehlungen ist eine verpasste Chance. Manche Anbieter liefern nur Daten und überlassen die Interpretation Dir. Andere bieten automatisierte Maßnahmenvorschläge auf Basis der Ergebnisse. Frag: Woher kommen die Empfehlungen — aus einem wissenschaftlichen Katalog oder aus allgemeinen Best Practices? Werden die Maßnahmen nach Priorität sortiert?

7. Integrationsfähigkeit

Kann die Software in bestehende HR-Systeme integriert werden (HRIS, LMS, Mitarbeiterdatenbanken)? Welche Schnittstellen stehen zur Verfügung? Lässt sich die Befragung in bestehende Kommunikationskanäle einbinden (E-Mail, Intranet, Teams)?

8. Preismodell und Transparenz

GBPsych-Software wird auf sehr unterschiedliche Weisen bepreist: pro Mitarbeitendem und Jahr, als Flat Fee, nach Befragungsvolumen oder als einmalige Projektgebühr. Achte auf versteckte Kosten: Implementierungsgebühren, Beratungsleistungen, Kosten für Folgebefragungen, Support-Tarife. Ein günstig erscheinender Einstiegspreis kann bei laufenden Folgekosten deutlich teurer werden als eine All-inclusive-Lösung.

Anbieter-Kategorien: Software, Beratung und Krankenkassen

Bevor wir zu den einzelnen Anbietern kommen, ist eine Kategorisierung hilfreich. Der GBPsych-Markt gliedert sich in drei grundlegend verschiedene Typen:

Spezialisierte Software-Plattformen

Digitale Lösungen, bei denen die Befragung, Auswertung und Dokumentation vollständig über eine Plattform abläuft. Kennzeichen: standardisierter Prozess, skalierbar, schnelle Implementierung, laufende Kosten pro Mitarbeitendem oder als Abo. Geeignet für Unternehmen, die Eigenverantwortung übernehmen wollen oder einen Partner für die Umsetzung haben. Beispiele: DearEmployee, workey/IFBG, safe-mind, youCcom.

Beratungsunternehmen mit Software-Komponente

Arbeitspsychologische Beratungsfirmen, die ihre eigene Befragungsinfrastruktur betreiben oder externe Tools nutzen. Die Software ist hier meist ein Mittel zum Zweck, nicht das Kernprodukt. Stärke: hohe Beratungstiefe, individuelle Anpassung. Schwäche: teurer, langsamer, weniger skalierbar. Geeignet für komplexe Organisationen mit spezifischen Anforderungen.

Krankenkassen- und BG-gestützte Angebote

AOK, TK, BKK und berufsgenossenschaftliche Institutionen bieten teilweise kostenfreie oder stark subventionierte GBPsych-Werkzeuge an. Stärke: kostengünstig bis kostenlos, von regulierten Institutionen bereitgestellt. Schwäche: begrenzte Digitalisierung, oft papierbasiert oder einfache Online-Formulare, kaum Maßnahmenunterstützung, langsam in der Implementierung, begrenzte Analysefähigkeiten. Geeignet für Kleinstbetriebe mit minimalem Budget und einfachen Anforderungen.

GB-Psych-Software im Vergleich: Die wichtigsten Anbieter

Die folgende Übersicht gibt einen Überblick über die relevantesten Anbieter im deutschen Markt. Beachte: Preise und Features ändern sich — prüfe aktuelle Informationen direkt beim Anbieter.

Anbieter Methode GDA-konform Datenschutz Implementierung Maßnahmen Preis (ca.)
DearEmployee Validierter Survey (Screening + Feinanalyse) Ja DE-Server, DSGVO, AVV 1–2 Wochen Automatisiert + Beratung ab 450 €
workey / IFBG Online-Befragung Ja EU-Server, DSGVO 2–4 Wochen Teilweise Günstigerer Einstieg
safe-mind Online-Fragebogen Ja DSGVO 2–3 Wochen Eingeschränkt Projektbasiert
youCcom Online-Plattform Angegeben DSGVO 2–4 Wochen Begrenzt Lizenzmodell
COPSOQ-basierte Tools COPSOQ-Fragebogen (Open Source) Ja (Methode) Anbieterabhängig Variabel Nein (nur Daten) Kostenlos–mittel
Krankenkassen-Angebote Fragebogen / Workshop Teilweise Regulierte Träger 4–12 Wochen Kaum Kostenlos

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In einer kostenlosen Demo zeigen wir Dir den vollständigen GB-Psych-Prozess — von der Befragung bis zur Maßnahmenplanung.

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DearEmployee

Stärken: DearEmployee ist einer der erfahrensten spezialisierten Anbieter im deutschsprachigen Markt — die Plattform ist seit über acht Jahren im Einsatz. Der Befragungsansatz kombiniert Screening und Feinanalyse und ermöglicht so eine detaillierte Identifikation von Belastungsursachen auf Ebene von Abteilungen und Tätigkeitsgruppen. Besonders hervorzuheben ist der Maßnahmenkatalog: Auf Basis der Befragungsergebnisse werden automatisierte, wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen generiert — das ist in dieser Form nicht selbstverständlich. Die Dokumentation ist so gestaltet, dass sie eine Betriebsprüfung nach §6 ArbSchG unterstützt. Alle Daten werden auf deutschen Servern verarbeitet.

Einschränkungen: DearEmployee ist auf die GB Psych und das betriebliche Gesundheitsmanagement spezialisiert — keine All-in-one-HR-Plattform. Wer eine umfassende BGM-Suite sucht, die auch Personalentwicklung, Leistungsbeurteilung oder Abwesenheitsmanagement abdeckt, muss die GB-Psych-Komponente mit anderen Tools kombinieren. Der Preis liegt im oberen Mittelfeld der Software-Anbieter.

Mehr Informationen: GB Psych Produktseite.

workey / IFBG

Stärken: Das IFBG (Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung) hat mit workey eine digitale GB-Psych-Lösung entwickelt, die insbesondere preisbewusste Mittelständler anspricht. Der Einstiegspreis liegt unter dem mancher Wettbewerber, was den Zugang für kleinere Unternehmen erleichtert. Das Institut bringt akademische Kompetenz in die Produktentwicklung ein.

Einschränkungen: Die Auswertungstiefe und die Maßnahmenunterstützung sind nach öffentlich zugänglichen Informationen weniger ausgeprägt als bei einigen Mitbewerbern. Die Marktpräsenz ist geringer, was sich auf Support und Weiterentwicklungsgeschwindigkeit auswirken kann.

safe-mind und youCcom

Beide Anbieter haben sich als Compliance-fokussierte Lösungen positioniert und vermarkten sich teilweise aktiv über Vergleichsseiten. safe-mind betont die Einfachheit der Umsetzung, youCcom eine Plattform-Lösung für verschiedene BGF-Anwendungen.

Stärken: Vergleichsweise unkomplizierter Einstieg, klare Compliance-Orientierung.

Einschränkungen: Die wissenschaftliche Fundierung und Tiefe der Auswertung sollten im Demo-Gespräch konkret hinterfragt werden. Nachweise über Validierungsstudien und Referenzkunden in ähnlichen Branchen sind sinnvoll einzufordern.

COPSOQ-basierte Lösungen

Der Copenhagen Psychosocial Questionnaire (COPSOQ) ist ein international anerkanntes und wissenschaftlich breit validiertes Instrument, das für die psychische Gefährdungsbeurteilung eingesetzt werden kann. Verschiedene Anbieter, Hochschulen und Beratungsfirmen implementieren COPSOQ in eigenen Befragungsumgebungen.

Stärken: Die Methode selbst ist gut etabliert und in vielen Branchen bekannt. Internationale Benchmarking-Daten sind vorhanden. In Deutschland bietet das COPSOQ-Netzwerk kostengünstige Unterstützung.

Einschränkungen: COPSOQ ist ein Fragebogen, keine Software-Plattform. Es gibt kein integriertes System für Dokumentation, Maßnahmenplanung und Wirkungsmessung. Unternehmen müssen dies selbst oder mit Beratern aufbauen. Im direkten Vergleich DearEmployee vs. COPSOQ zeigen sich weitere Unterschiede.

Krankenkassen-Angebote (AOK, TK, BKK und weitere)

Gesetzliche Krankenkassen sind nach §20b SGB V verpflichtet, die betriebliche Gesundheitsförderung zu unterstützen. Viele bieten kostenfreie GB-Psych-Werkzeuge an — von einfachen Checklisten bis zu moderierten Workshops.

Stärken: Kostenlos oder stark subventioniert. Von regulierten, vertrauenswürdigen Institutionen bereitgestellt. Kann sinnvoll sein, wenn Budget sehr begrenzt ist.

Einschränkungen: Digitale Befragungsfähigkeiten sind oft begrenzt. Implementierungszeiten sind deutlich länger. Auswertungstiefe und Maßnahmenunterstützung sind minimal. Für Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeitenden reichen diese Angebote in der Regel nicht aus, um eine vollständige, dokumentationsfähige GB Psych durchzuführen.

Für welche Unternehmen eignet sich welche Lösung?

Kein Anbieter passt zu jedem Unternehmen. Die folgende Orientierung hilft bei der Eingrenzung:

Kleine Unternehmen (bis 50 Mitarbeitende)

Für Kleinstbetriebe können Krankenkassen-Angebote oder BG-gestützte Angebote ein sinnvoller Einstieg sein — besonders wenn kein dediziertes HR-Budget vorhanden ist. Wer eine digitalere, skalierbare Lösung bevorzugt, kann auch mit einem Lean-Modell einer Software-Plattform starten. Wichtig: Anonymität muss auch bei kleinen Teams garantierbar sein. Frag Anbieter explizit nach der Mindestgruppengröße für Auswertungen (typisch: 5–10 Personen).

Mittelstand (50 bis 500 Mitarbeitende)

Das ist der klassische Sweet-Spot für spezialisierte GBPsych-Software-Plattformen. Unternehmen dieser Größe haben klare Compliance-Anforderungen, aber oft keine eigene Arbeitspsychologie-Kompetenz. Software-Plattformen mit guter Beratungsunterstützung bieten das beste Preis-Leistungs-Verhältnis. DearEmployee hat seinen Schwerpunkt in diesem Segment — viele der Referenzkunden sind Mittelständler mit 100 bis 500 Mitarbeitenden.

Großunternehmen (über 500 Mitarbeitende)

Enterprise-Kunden brauchen typischerweise Integrationen in bestehende HR-Systeme, mehrsprachige Unterstützung, differenzierte Auswertungen nach Standorten und Abteilungen sowie dedizierte Account-Betreuung. Frag Anbieter explizit nach Referenzkunden in deiner Größenklasse und nach verfügbaren API-Schnittstellen.

Unternehmen via Partner oder Berater

Viele Mittelständler führen die GBPsych nicht in Eigenregie durch, sondern beauftragen spezialisierte Berater, Unternehmensberater oder Betriebsärzte. Diese Partner setzen ihrerseits Software-Plattformen ein. Im Anbieterverzeichnis findest du Berater, die mit DearEmployee arbeiten. Vorteil: Du profitierst von der Expertise des Beraters und der Qualität der Software, ohne eigene Implementierungsarbeit leisten zu müssen.

So triffst du die richtige Entscheidung

Checkliste für den Anbieterauswahlprozess:

  • Demo anfragen und konkreten Use Case demonstrieren lassen: Lass Dir nicht eine generische Produkt-Präsentation zeigen, sondern Deinen spezifischen Fall: Deine Unternehmensgröße, Deine Abteilungsstruktur, Deine Anforderungen an die Auswertung.
  • Nach dem Fragebogen fragen: Welche psychischen Belastungsdimensionen werden erhoben? Ist der Fragebogen validiert? Gibt es Benchmark-Daten für deine Branche?
  • Datenschutz-Dokumentation einfordern: Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV), Serverstandort, Datenschutzerklärung für Mitarbeitende, Mindestgruppengröße für Auswertungen.
  • Referenzkunden befragen: Bitte um Kontakt zu Unternehmen ähnlicher Größe und Branche.
  • Folgekosten kalkulieren: Was kostet die zweite Befragung in zwei Jahren? Was kosten Folgebefragungen einzelner Abteilungen?
  • Betriebsrat frühzeitig einbeziehen: Die GB Psych berührt Mitbestimmungsrechte. Ein guter Anbieter unterstützt dich bei der Betriebsratsanhörung und liefert entsprechende Unterlagen.

Red Flags im Demo-Gespräch:

  • Der Anbieter kann keine validierten Benchmark-Daten zeigen.
  • Serverstandort und Datenschutzkonzept werden vage beantwortet.
  • Keine Referenzkunden in deiner Branche oder Größenklasse vorhanden.
  • Die Maßnahmenempfehlungen sind generisch und nicht aus den Befragungsdaten abgeleitet.

Häufig gestellte Fragen zur GB-Psych-Software

Was kostet GBPsych-Software?

Die Preisspanne ist breit. Krankenkassen-Angebote sind kostenlos. COPSOQ-basierte Ansätze mit externer Beratung kosten typischerweise 5.000 bis 30.000 Euro als Projektgebühr. Spezialisierte Software-Plattformen berechnen meist einen Jahresbeitrag pro Mitarbeitendem: In der Regel zwischen 5 und 15 Euro pro Mitarbeitendem und Jahr, je nach Funktionsumfang und Unternehmensgröße. Bei 200 Mitarbeitenden entspricht das einem Jahresbeitrag von 1.000 bis 3.000 Euro — deutlich günstiger als eine Beraterlösung. Hinzu kommen gegebenenfalls Implementierungsgebühren und Kosten für Beratungsleistungen.

Wie lange dauert die Implementierung?

Das hängt stark vom Anbieter und Deinem Unternehmen ab. Spezialisierte Software-Plattformen ermöglichen oft einen Start binnen einer bis zwei Wochen: Vertrag, Datenschutzdokumentation, Einrichtung der Befragung. Beratungsansätze nehmen oft zwei bis vier Monate in Anspruch. Krankenkassen-Angebote können sechs bis zwölf Monate dauern. Wenn du unter Zeitdruck bist — etwa wegen einer angekündigten Prüfung — frag explizit nach der realistischen Time-to-Survey.

Ist eine GB Psych ohne Software möglich?

Ja. Das Arbeitsschutzgesetz schreibt keine bestimmte Methode vor. Beobachtungsinterviews, moderierte Workshops oder Checklisten-Verfahren sind ebenfalls zulässig. In der Praxis sind diese Ansätze jedoch nicht skalierbar — sie funktionieren für kleine Teams, aber kaum für Unternehmen mit 50 oder mehr Mitarbeitenden. Schriftliche oder digitale Befragungen bieten zudem den entscheidenden Vorteil der Anonymität, was die Ehrlichkeit der Antworten deutlich erhöht. Mehr zu den Methoden der GB-Psych-Durchführung.

Was passiert bei einer Prüfung durch die Arbeitsschutzbehörde?

Aufsichtsbehörden können jederzeit Einsicht in deine Gefährdungsbeurteilung verlangen. Sie prüfen nicht nur, ob eine Befragung durchgeführt wurde, sondern auch: Welche Gefährdungen wurden identifiziert? Welche Maßnahmen wurden beschlossen? Wurden die Maßnahmen umgesetzt und auf Wirksamkeit geprüft? Eine gute GB-Psych-Software generiert die dafür notwendigen Nachweisdokumente automatisch. Bei fehlender oder unvollständiger Dokumentation drohen Bußgelder bis zu 30.000 Euro.

Kann ich die Software vorher testen?

Die meisten Software-Anbieter ermöglichen eine Demo oder einen Piloten. Bei DearEmployee kannst Du eine kostenlose Demo anfragen, in der der vollständige Prozess demonstriert wird. Frag auch, ob ein Pilotprojekt mit einer Abteilung vor dem Rollout möglich ist.

Muss der Betriebsrat einbezogen werden?

Ja, immer. Die psychische Gefährdungsbeurteilung berührt Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats nach §87 BetrVG, insbesondere in Bezug auf die Ausgestaltung der Befragung, den Datenschutz und die Nutzung der Ergebnisse. Eine gute Software-Plattform unterstützt dich mit Betriebsvereinbarungsvorlagen und Informationsmaterialien für den Betriebsrat. Plane diese Abstimmung in deinen Zeitplan ein — erfahrungsgemäß benötigt die Betriebsratsabstimmung zwei bis vier Wochen.

Was sind die GDA-Leitlinien und warum sind sie relevant?

Die GDA-Leitlinie "Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung" wurde von der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) — dem Zusammenschluss von Bund, Ländern und Unfallversicherungsträgern — erarbeitet. Sie konkretisiert die Anforderungen des Arbeitsschutzgesetzes und gibt Orientierung, welche Standards bei der Durchführung einer psychischen Gefährdungsbeurteilung erfüllt sein müssen. Aufsichtsbehörden orientieren sich bei Prüfungen an diesen Leitlinien. Frag jeden Anbieter explizit: "Entspricht Ihr Verfahren den GDA-Leitlinien?" und lass dir das begründen.

Fazit: Den richtigen Anbieter finden

Der GB-Psych-Markt bietet heute gute Lösungen — aber die Unterschiede zwischen Anbietern sind real und relevant. Eine GBPsych, die nur die Compliance-Box abhakt, verfehlt ihren eigentlichen Zweck: die tatsächliche Verbesserung psychischer Arbeitsbedingungen und den nachweisbaren Schutz deiner Mitarbeitenden.

Die Entscheidungskriterien sind klar: Wissenschaftliche Fundierung, rechtssichere Dokumentation, Datenschutzkonformität, Tiefe der Auswertung und Qualität der Maßnahmenempfehlungen. Setz diese Kriterien konsequent im Auswahlprozess ein, und du wirst den Anbieter finden, der zu deiner Organisation passt.

Für weiterführende Informationen zum Thema psychische Gefährdungsbeurteilung empfehlen wir:


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Dr. Amelie Wiedemann

Dr. Amelie Wiedemann

Leiterin Forschung & Entwicklung, DearEmployee GmbH

Dr. Amelie Wiedemann ist promovierte Arbeits- und Organisationspsychologin und leitet bei DearEmployee die wissenschaftliche Entwicklung der Befragungsmethodik. Sie hat die Validierungsstudien zum DearEmployee Survey verantwortet und publiziert regelmäßig zu den Themen psychische Gesundheit am Arbeitsplatz und betriebliches Gesundheitsmanagement.

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