Wenn Alkohol den Alltag bestimmt

Alkohol – die gesellschaftsfähige Droge

Ein kühles Bierchen nach dem Feierabend – für viele gehört das als Belohnung für einen gelungenen Arbeitstag zum normalen Alltag dazu. Alkoholkonsum bedeutet Entspannung und Geselligkeit, stellt aber auch ein nicht zu vernachlässigendes Gesundheitsrisiko dar.

Wer nichts Alkoholisches trinkt, gehört nicht dazu

Bei feierlichen Anlässen ein alkoholisches Getränk abzulehnen, scheint für die meisten schlicht unvorstellbar. Zu groß ist die Sorge davor, seltsame Blicke zu ernten oder ausgeschlossen zu werden. Also greift man wie gewohnt auf dem Geburtstag von Freunden und auf Firmenfeiern zum Gläschen Sekt, denn niemand will womöglich als alkoholkrank abgestempelt und anschließend stigmatisiert und ausgegrenzt werden. Dass Alkohol-Abstinenz oft mit ehemaliger Alkoholsucht gleichgesetzt wird, durchzieht sich als Glaubenssatz in unserer Gesellschaft.

Wenn das Maß verloren geht, killt Alkohol die Stimmung

Mit ein wenig Alkohol auf einer Feier oder bei einem Abendessen steigt die Stimmung, viele werden humorvoller und aufgeschlossener – bis zu einer gewissen Grenze. Schnell kommt es vor, dass man den durch Alkohol hervorgerufenen enthemmten Zustand genießt und ihn noch steigern will. Das führt dazu, dass das Maß der Geselligkeit überschritten wird und in einen unkontrollierten Alkoholkonsum gleitet. Damit kann die ursprünglich gute Stimmung schnell kippen. Aus extrovertierten Gesten wird Aggression und ausgelassener Spaß weicht plötzlich extremer Traurigkeit und Melancholie.

Gesellschaftliche Ablehnung bei unkontrolliertem Alkoholkonsum

Aus dem akzeptierten Gesellschaftstrinker ist womöglich ein stigmatisierter Alkoholabhängiger geworden. Anfänglich noch mit vielen Bekanntschaften und Freundschaften umgeben distanzieren sich mit zunehmendem Alkoholkonsum viele von Starktrinkern und schämen sich für das Alkoholproblem des anderen.

Im Schnitt trinkt jede*r Bundesbüger*in im Jahr 10 Liter puren Alkohol, was circa 230 Flaschen Bier gleichkommt. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt an, dass die maximal tolerierbare Alkoholzufuhr bei 10 g pro Tag für gesunde Frauen und bei 20 g pro Tag für gesunde Männer liegt. 20 g Alkohol entsprechen dabei 0,5 l Bier, 0,25 l Wein oder 0,06 l Weinbrand. Außerdem sollte an mindestens zwei Tagen pro Woche kein Alkohol getrunken werden. https://www.dge.de/presse/pm/alkoholkonsum-welche-mengen-sind-gesundheitlich-vertraeglich/

Was unterscheidet dann einen moderaten Alkoholkonsumenten von einem Starktrinker? Wann spricht man von einem Alkoholproblem oder gar von Alkoholabhängigkeit?

  • Riskanter Konsum

    ein riskanter Konsum liegt vor, wenn der Alkoholkonsum über einen längeren Zeitraum hinweg körperliche  und psychische Probleme verursacht, wie Leberzirrhose, Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

  • Schädlicher Gebrauch

    von einem schädlichen Gebrauch wird gesprochen, wenn durch die Alkoholzufuhr nachweisliche gesundheitliche Folgeschäden entstanden sind, wie eine Leberschädigung oder depressive Verstimmungen.

  • Alkoholabhängigkeit

    die Diagnose Alkoholabhängigkeit wird gegeben, wenn der Alkoholkonsum bestimmte Kriterien erfüllt. Diese lassen sich nicht an einer bestimmten Menge an Alkohol festmachen. Es muss dafür auch nicht jeden Tag Alkohol getrunken werden, sondern regelmäßiger Alkoholkonsum, der immer unkontrolliert stattfindet, kann auf eine Alkoholabhängigkeit hinweisen. Wenn Alkohol die Macht über das Leben von einer Person hat und die Aktivitäten rund um den Alkoholkonsum ausgerichtet werden, deutet das ebenfalls auf eine Alkoholabhängigkeit hin.

Rat für Betroffene, Angehörige und Kolleg:innen finden Sie hier:  http://Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Falls Sie ein Alkoholproblem im Mitarbeitendenkreis vermuten, haben wir  hier ein paar Hilfestellungen zusammengestellt, die bei Gesprächen mit Kolleg:innen, die eine psychische Belastung erleben, helfen können.

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