Eine Krankschreibung – offiziell Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) – ist der ärztliche Nachweis, dass eine beschäftigte Person krankheitsbedingt nicht arbeiten kann. Seit 2023 übermitteln Arztpraxen die Bescheinigung elektronisch an die Krankenkassen (eAU); Arbeitgeber:innen rufen die Daten dort ab.
Die wichtigsten Regeln
Nach dem Entgeltfortzahlungsgesetz musst Du als beschäftigte Person eine ärztliche AU spätestens vorlegen, wenn die Erkrankung länger als drei Kalendertage dauert – Arbeitgeber:innen können die Bescheinigung aber auch früher verlangen, teils ab dem ersten Tag. Die Krankmeldung selbst (die Information „ich bin krank“) ist davon unabhängig und muss unverzüglich erfolgen.
Krankschreibungen als Kennzahl
Viele Unternehmen nutzen die Zahl der Krankschreibungen oder den Krankenstand als Gesundheitsindikator. Das ist sinnvoll – mit zwei Einschränkungen:
- Die Kennzahl erklärt keine Ursachen: Sie zeigt, dass gefehlt wird, aber nicht warum. Hinter steigenden AU-Zahlen können Infektwellen ebenso stecken wie chronische Überlastung.
- Präsentismus verzerrt: Wer krank arbeitet, taucht in keiner Statistik auf. Ein niedriger Krankenstand ist deshalb nicht automatisch ein gutes Zeichen.
Die Gesundheitsreports der Krankenkassen zeigen zudem seit Jahren, dass psychische Erkrankungen überdurchschnittlich lange Ausfallzeiten verursachen – ein Grund mehr, die Ursachen im Blick zu haben.
Von der Kennzahl zur Ursache
In der DearEmployee Survey können Krankschreibungen als optionale Kennzahl erhoben werden. Ihren Wert entfaltet die Zahl im Zusammenspiel mit der psychischen Gefährdungsbeurteilung: Erst der Abgleich mit den Arbeitsbedingungen zeigt, ob hohe Fehlzeiten mit Arbeitsintensität, Führung oder anderen Belastungen zusammenhängen – und wo Maßnahmen im betrieblichen Gesundheitsmanagement ansetzen sollten.
Häufige Fragen
Ab wann braucht man eine Krankschreibung?
Gesetzlich spätestens, wenn die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage dauert. Viele Arbeitsverträge verlangen die AU früher – maßgeblich ist die Regelung im eigenen Unternehmen.
Was sagt die Zahl der Krankschreibungen über ein Unternehmen aus?
Sie ist ein Warnsignal, keine Diagnose: Auffällige Werte in einzelnen Teams deuten auf belastende Arbeitsbedingungen hin – ob das stimmt, klärt erst eine systematische Analyse wie die GB Psych.
Was ist der Unterschied zwischen Krankmeldung und Krankschreibung?
Die Krankmeldung ist Deine Information an den Arbeitgeber, dass Du krank bist – sofort fällig. Die Krankschreibung ist die ärztliche Bescheinigung darüber – fällig nach den gesetzlichen oder vertraglichen Fristen.
