Glossar

Glossar für Arbeitsweltverbesser:innen

Begriffe von DearEmployee, New Work sowie Arbeits- und Organisationspsychologie

Burnout

Burnout ist ein Syndrom infolge von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet wurde. So definiert es die WHO in der ICD-11 – und nennt drei Kerndimensionen: Erschöpfung, zunehmende mentale Distanz oder Zynismus gegenüber der Arbeit und ein verringertes Leistungsvermögen.

Burnout ist ein Arbeitsphänomen

Die ICD-11 ordnet Burnout ausdrücklich dem beruflichen Kontext zu – es ist keine eigenständige Krankheitsdiagnose, sondern beschreibt die Folgen von dauerhaft misslungener Stressbewältigung im Job. Genau deshalb greift reine Symptombekämpfung zu kurz: Wer nur die erschöpfte Person behandelt, aber die Arbeitsbedingungen unverändert lässt, produziert den nächsten Fall.

Typische Anzeichen

  • Erschöpfung: anhaltende Müdigkeit, Energielosigkeit, das Gefühl, sich nicht mehr zu erholen.
  • Distanz und Zynismus: innerer Rückzug, Gleichgültigkeit gegenüber Aufgaben, Kolleg:innen oder Kund:innen.
  • Reduzierte Leistungsfähigkeit: Konzentrationsprobleme, mehr Fehler, sinkende Produktivität trotz hohem Einsatz.

Was Unternehmen tun können

Burnout entsteht meist dort, wo hohe Anforderungen auf zu wenige Ressourcen treffen: Dauerdruck, fehlender Handlungsspielraum, mangelnde Anerkennung. Der wirksamste Hebel ist deshalb die Verhältnisprävention – Arbeitsbedingungen so gestalten, dass chronischer Stress gar nicht erst entsteht. Welche Teams besonders belastet sind und woran das liegt, macht die psychische Gefährdungsbeurteilung sichtbar. Sie ist nach § 5 ArbSchG ohnehin Pflicht – mehr dazu in unserer GB-Psych-Übersicht.

Häufige Fragen

Ist Burnout eine anerkannte Krankheit?

Nicht als eigenständige Diagnose. In der ICD-11 ist Burnout als Faktor klassifiziert, der die Gesundheit beeinflusst – ausdrücklich bezogen auf den Arbeitskontext. Behandelt werden in der Praxis oft Begleit- oder Folgeerkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen.

Worin unterscheidet sich Burnout von einer Depression?

Burnout ist arbeitsbezogen, eine Depression betrifft alle Lebensbereiche. Die Symptome überschneiden sich allerdings deutlich – die Abgrenzung gehört deshalb in die Hände von Ärzt:innen oder Psychotherapeut:innen.

Wie können Unternehmen Burnout vorbeugen?

Indem sie die Ursachen messen statt raten: Arbeitsintensität, Handlungsspielraum, Wertschätzung und Führung systematisch erheben, Risiken priorisieren und gezielt gegensteuern – genau das leistet die GB Psych.