Stress ist die Reaktion von Körper und Psyche auf Anforderungen, die die eigenen Ressourcen zu übersteigen drohen. Entscheidend ist dabei die Bewertung: Dieselbe Situation kann für eine Person Herausforderung sein und für eine andere Überforderung – je nachdem, welche Bewältigungsmöglichkeiten sie hat.
Belastung, Beanspruchung, Stress
Die Arbeitswissenschaft unterscheidet sauber: Belastungen sind alle äußeren Einflüsse, die auf Menschen bei der Arbeit einwirken – erst einmal neutral. Beanspruchung ist die individuelle Folge dieser Einflüsse. Stress entsteht, wenn Belastungen die verfügbaren Ressourcen dauerhaft übersteigen. Kurzfristig ist das normal und sogar leistungsfördernd – chronischer Stress dagegen macht krank.
Typische Stressoren am Arbeitsplatz
- Arbeitsorganisation: Zeitdruck, hohe Arbeitsintensität, ständige Unterbrechungen, unklare Zuständigkeiten.
- Soziales: Konflikte im Team, fehlende Unterstützung, mangelnde Wertschätzung durch Führungskräfte.
- Rahmenbedingungen: schlechte Planbarkeit, ständige Erreichbarkeit, Arbeitsplatzunsicherheit.
Stress systematisch erfassen – die GB Psych
Welche Stressoren in welchen Teams wirken, ist keine Bauchgefühl-Frage. Nach § 5 ArbSchG musst Du psychische Belastungen systematisch beurteilen. Die psychische Gefährdungsbeurteilung macht sichtbar, wo Belastungen zum Risiko werden – und welche Ressourcen sie abfedern.
Häufige Fragen
Was ist Stress einfach erklärt?
Ein Zustand erhöhter Anspannung, der entsteht, wenn Anforderungen die eigenen Bewältigungsmöglichkeiten zu übersteigen drohen. Der Körper schaltet in den Aktivierungsmodus – hilfreich in akuten Situationen, schädlich auf Dauer.
Was ist der Unterschied zwischen Eustress und Distress?
Eustress ist positiv erlebter Stress: Die Herausforderung aktiviert und motiviert. Distress ist negativ erlebter Stress: Überforderung, Kontrollverlust, Erschöpfung. Ob eine Anforderung zu Eu- oder Distress wird, hängt stark von Ressourcen wie Handlungsspielraum und Unterstützung ab.
Welche Folgen hat chronischer Stress?
Schlafprobleme, Konzentrationsschwierigkeiten, Gereiztheit, psychosomatische Beschwerden – bis hin zu Burnout, Depressionen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Für Unternehmen bedeutet das: mehr Fehltage, mehr Fehler, mehr Fluktuation.
