Burnout? Berufliche Neuorientierung!

Berufliche Neuorientierung nach Burnout ermöglicht die langsame Reintegration in eine weniger fordernde Umgebung.

Burnout ist weiterhin ein ernstes Problem in der Arbeitswelt, das oft zu schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen und einer reduzierten Produktivität führt. Wenn Du einen Burnout erlebt hast, kann es schwierig sein, zurück in den Arbeitsalltag zu finden. In diesem Artikel zeigen wir Dir, wie Du nach einem Burnout eine erfolgreiche berufliche Neuorientierung angehen kannst, indem Du dir professionelle Hilfe suchst, realistische Ziele setzt, neue Fähigkeiten erlernst, dich vernetzt und Deine Work-Life-Balance verbesserst.

Was für Kennzahlen gibt es für Burnout?

Die Prävalenz von Burnout ist weiterhin hoch und betrifft viele Beschäftigte. Von den 33,7 Tausend Mitarbeiter:innen, die im Zuge der Workplace Insights befragt wurden, sind 13% Burnout-gefährdet (Stand: 25.01.23). Neben der akuten Gesundheitsgefahr durch Burnout ist ebenso die Bindung der Mitarbeiter:innen eine guter Anhaltspunkt, um die Resignation der Beschäftigten zu erfassen. Hier zeigt sich die besorgniserregende Tatsache, dass 9,7% der Beschäftigten bereits innerlich gekündigt haben, was bedeutet, dass sie keine Motivation mehr haben, ihre Arbeit zu erledigen. Diese Zahlen zeigen, dass Burnout ein ernstzunehmendes Problem ist, das viele Beschäftigte betrifft und langfristige Auswirkungen auf ihre Gesundheit und Produktivität haben kann.

Welche Branchen eignen sich nach dem Burnout?

Nach einem Burnout ist die Rückkehr an den alten Arbeitsplatz selten eine gute Option. Ein Rückfall in alte Muster lässt sich oftmals nicht vermeiden, selbst wenn sich in der Zwischenzeit die Bedingungen verbessert haben. Beschäftigte, die nach der Diagnose die Symptome wieder arbeitsfähig sind, erwägen dementsprechend oft auch einen Berufs- oder sogar Branchenwechsel, um das alte Umfeld hinter sich zu lassen. Bei der Neuorientierung sollten dann Berufe sowie Branchen vermieden werden, die eine hohe Gefährdung für Burnout haben. Eine Übersicht aus unseren Workplace Insights zeigt Dir welche Branchen sich für eine Neuorientierung eignen.

Branchen sortiert nach Burnout-Gefahr.

Best Practices für die berufliche Neuorientierung:

1. Sich professionelle Hilfe suchen:

Ein erfahrener Therapeut oder Coach kann Dir helfen, die Symptome des Burnouts zu bewältigen und einen passenden, neuen Karriereweg zu finden.

2. Realistische Ziele setzen:

Es ist wichtig, realistische Ziele zu setzen, die Deinem individuellen Tempo und Bedarf entsprechen. Mache kleine Schritte und feiere Erfolge auf dem Weg zu Deinem Ziel.

3. Neue Fähigkeiten erlernen:

Neue Fähigkeiten zu erlernen kann helfen, Deinen Horizont zu erweitern und neue Karrieremöglichkeiten zu entdecken. Lerne den Umgang mit neuen Technologien und eigne Dir Fähigkeiten an, um Deine Karrierechancen zu verbessern.

4. Sich vernetzen:

Sich mit Menschen in der Branche vernetzen und Networking-Events besuchen, kann helfen, einen neuen Job zu finden. Nutze Social-Media-Plattformen, um Kontakte zu knüpfen und Dich über mögliche Karrierechancen zu informieren.

5. Work-Life-Balance verbessern:

Eine gesunde Work-Life-Balance ist entscheidend für die Vermeidung von Burnout in der Zukunft. Plane regelmäßige Pausen ein, um Deine Batterien aufzuladen, und achte darauf, genug Zeit für Familie, Freunde und Hobbys zu haben.

Zusammenfassung:

Nach einem Burnout kann eine berufliche Neuorientierung schwierig sein, aber es gibt bewährte Methoden, die Dir helfen können, einen neuen Karriereweg zu finden. Schon durch die Wahl des Berufs oder der Branche kann ein erneuter Rückfall bereits minimiert werden. Indem Du dir ebenfalls professionelle Hilfe suchst, realistische Ziele setzt, neue Fähigkeiten erlernst, dich vernetzt und Deine Work-Life-Balance verbesserst, kannst Du deine Chancen auf eine erfolgreiche berufliche Neuorientierung ebenso verbessern. In diesem Sinne wünschen wir Dir viel Erfolg bei der beruflichen Neuorientierung!

 

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Häufig gestellte Fragen zur GBPsych-Dokumentation

Was muss bei der GBPsych dokumentiert werden?

Vier Bestandteile: Ergebnisse, Maßnahmen, Durchführungs- und Wirksamkeitskontrolle.

Gemäß §6 ArbSchG müssen vier Bestandteile dokumentiert werden: die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung nach Bereichen und Belastungsdimensionen, die festgelegten Maßnahmen mit Verantwortlichen und Fristen, die Überprüfung der Durchführung sowie die Überprüfung der Wirksamkeit. Eine Dokumentation, die nur den Befragungsprozess, nicht aber Maßnahmen und Wirksamkeitskontrolle enthält, ist nach §6 ArbSchG unvollständig.

Wie lange muss die GBPsych-Dokumentation aufbewahrt werden?

Mindestens 5 Jahre nach Abschluss eines GBPsych-Zyklus.

Das ArbSchG nennt keine exakte Frist. In der Praxis haben sich mindestens 5 Jahre nach Abschluss eines GBPsych-Zyklus als Standard etabliert. Bei Erkrankungen mit möglichem Arbeitsbezug gelten analog zu Berufskrankheitenregelungen bis zu 30 Jahre. Empfehlenswert ist eine digitale Ablage mit automatischer Versionierung und Zeitstempel.

Ist eine Excel-Tabelle als GBPsych-Dokumentation ausreichend?

Formal ja, praktisch oft problematisch.

Rechtlich ist jedes Format zulässig, das schriftlich oder in vergleichbarer Weise elektronisch vorliegt (§6 ArbSchG). Eine Excel-Tabelle ist also formal erlaubt, muss aber alle vier Pflichtbestandteile vollständig enthalten, und nachträgliche Änderungen müssen erkennbar sein. In der Praxis scheitern Excel-Dokumente oft an Versionsproblemen und fehlender Wirksamkeitskontrolle.

Was passiert, wenn die GBPsych-Dokumentation bei einer Kontrolle fehlt?

Bußgelder bis zu 30.000 Euro nach §25 ArbSchG sind möglich.

Fehlende oder unvollständige Dokumentation gilt als Verstoß gegen §6 ArbSchG. Die Gewerbeaufsicht oder Berufsgenossenschaft kann Mängelhinweise, Verwarnungen oder Bußgelder bis zu 30.000 Euro nach §25 ArbSchG aussprechen. Bei wiederholten Verstößen oder Unfällen können die Konsequenzen erheblich größer ausfallen.

Mehr zu Strafen und Bußgeldern
Muss die GBPsych digital dokumentiert werden oder reicht Papier?

Beide Formate sind erlaubt, digital hat klare Praxisvorteile.

§6 ArbSchG verlangt eine schriftliche oder vergleichbar elektronische Dokumentation, beide Formate sind also zulässig. Entscheidend ist, dass die Dokumentation jederzeit zugänglich, dauerhaft lesbar und gegen unbemerkte nachträgliche Änderungen geschützt ist. Digitale Lösungen bieten Durchsuchbarkeit, Zugriffsrechte, automatische Fristenerinnerung und eine lückenlose Versionshistorie, Papierablage ist erlaubt, aber fehleranfälliger.

Welche Rechte hat der Betriebsrat bei der GBPsych-Dokumentation?

Der Betriebsrat hat ein Einsichtsrecht nach §80 BetrVG.

Der Betriebsrat hat nach §80 BetrVG ein Einsichtsrecht in die Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung, die gewählte Ablageform muss dieses praktisch ermöglichen. Zusätzlich besteht bei der Ausgestaltung des Verfahrens eine Mitbestimmung nach §87 BetrVG. Die Einbindung des Betriebsrats sollte selbst dokumentiert werden, da fehlende Nachweise dazu bei Kontrollen als Mangel gewertet werden können.

GB Psych und Betriebsrat
Gilt die Dokumentationspflicht auch für Betriebe unter 10 Beschäftigten?

Ja, die bisherige Ausnahme entfällt ab 2025/2026 schrittweise.

Die Dokumentationspflicht nach §6 ArbSchG gilt grundsätzlich für alle Betriebe mit mindestens einem Beschäftigten. Für Betriebe mit bis zu 10 Beschäftigten galt bislang eine vereinfachte Ausnahmeregelung, die 2025/2026 schrittweise entfällt. Damit müssen sich auch kleine Betriebe auf eine vollständige, nachvollziehbare Dokumentation einstellen.

Mehr zur GBPsych-Pflicht 2026
Wann muss die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft werden?

Laut BAuA spätestens 12–18 Monate nach Maßnahmeneinführung.

Die Wirksamkeitskontrolle ist der am häufigsten übersprungene Bestandteil, ohne ihn ist die GBPsych nach §6 ArbSchG unvollständig. Die BAuA empfiehlt, die Überprüfung spätestens 12–18 Monate nach Einführung einer Maßnahme durchzuführen, etwa über eine Nachbefragung, ein Feedbackgespräch oder ein erneutes Assessment in der betroffenen Gruppe, jeweils mit dokumentiertem Ergebnis.

Maßnahmen ableiten und umsetzen

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