Gefährliches Duo: Arbeitsunzufriedenheit und körperliche Schmerzen

Eine Tätigkeit, bei der jeder Arbeitstag gut gelaunt und hochmotiviert begonnen wird – das ist die Wunschvorstellung, welche jedoch nicht immer der Realität entspricht. Eine neue Führungskraft, anstrengende Kund*innen oder die Baustelle vor dem Büro können dazu führen, dass die Motivation für eine gewisse Zeit leidet. Obwohl schlechte Phasen auch im Beruf dazugehören, sollte die Freude an der Arbeit überwiegen. Meist können kurzweilige ungünstige Arbeitsbedingungen durch andere Faktoren wie gute Teamzusammenarbeit, spannende Projekte oder eine überdurchschnittliche Entlohnung ausgeglichen werden.

Wer jedoch dauerhaft unglücklich mit seiner/ihrer Arbeit ist, verpasst nicht nur alternative Jobchancen, sondern gefährdet auch die eigene Gesundheit. Irgendwann häufen sich die körperlichen Beschwerden, sogar ein Burnout kann die Folge sein. Auch wenn der perfekte Job wahrscheinlich nicht existiert, sollten Sie sich trotzdem bei der Arbeit wohlfühlen und eine gewisse Leidenschaft für Ihre täglichen Aufgaben verspüren.

Diese 5 Warnzeichen zeigen Ihnen, ob Sie eine Veränderung in Ihrem Arbeitsleben benötigen:

  1. Das Aufstehen fällt immer schwerer

Natürlich ist es nicht ungewöhnlich, dass man, wenn der Wecker um 6 Uhr klingelt, doch noch länger im warmen Bett bleiben möchte, um noch einmal kurz die Augen zu schließen. Gerade für Personen, die eher zu den Morgenmuffeln gehören, ist das frühe Aufstehen nicht einfach. Fällt es Ihnen jedoch jeden Morgen schwerer und schwerer sich aufzuraffen, selbst wenn Sie gerade aus einem erholsamen Urlaub zurückkommen, sollten sie die Gründe für diese Trägheit hinterfragen. Ist es ein Zeichen von mangelnder Motivation? Ist der Grund für die Müdigkeit die schlechte Schlafqualität in der Nacht? Haben Sie diese Probleme auch am Wochenende? Kommen zusätzliche Beschwerden hinzu wie Schlafprobleme, kann dies ein Hinweis dafür sein, dass die Unlust morgens aufzustehen mit der Unzufriedenheit im Job zusammenhängt.

  1. Der Gedanke an die Arbeit bereitet körperliche Schmerzen

Ob Bauschmerzen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Rückenschmerzen oder sonstige physische Beschwerden – treten diese in Verbindung mit den Gedanken an Ihren Arbeitsplatz auf, könnte dies ebenfalls ein Alarmzeichen sein. Hier ist jedoch auch wieder Selbstbeobachtung gefragt. Treten die körperlichen Beschwerden regelmäßig auf? Haben Sie zum Beispiel vor jeder beginnenden Arbeitswoche Bauchschmerzen? Oder treten die Kopfschmerzen nur kurz nach Feierabend auf? Wenn Sie ein Muster in den Symptomen erkennen, könnte eventuell eine psychische Belastung der Grund sein. Der Körper sendet Warnsignale. Dies kann, muss aber nicht, in Ihrem Job begründet liegen. Eine Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung (PGB) geht genau diesem Phänomen auf den Grund und untersucht, ob der Arbeitsplatz die Beschäftigten krank macht.

  1. Sie zweifeln an dem Sinn Ihrer Arbeit

Nicht jede Person muss einen tieferen Sinn in der eigenen Arbeit sehen. Gehören Sie jedoch zu der Gruppe an Menschen, denen eine sinnstiftende Tätigkeit wichtig ist, könnten aufkommende Zweifel ein Warnzeichen sein. Wenn Sie sich täglich die Frage stellen „Was mache ich hier eigentlich?“ und diese nicht eindeutig beantworten können, scheint Ihre aktuelle Arbeit Sie nicht zu erfüllen. Sinnstiftend meint hier nicht zwangsläufig, dass Sie mit Ihrer Arbeit die Welt retten müssen, sondern, dass Sie indem was Sie tun einen persönlichen Sinn für sich sehen.

  1. Sie sind überfordert

Stress kann richtig dosiert, Beschäftigte konzentrierter und leistungsfähiger machen. Wichtig ist jedoch ein ausgewogenes Verhältnis aus Stress und Regeneration. Wenn Sie das Gefühl haben, dass Ihre To-Do-Liste einfach nicht kürzer wird und Sie, um Deadlines einzuhalten, Überstunden ansammeln müssen, besteht hier eine Dysbalance. Eine ständige Erreichbarkeit auch außerhalb der Arbeit trägt zusätzlich dazu bei, dass es auch nach Feierabend schwer fällt abzuschalten. Hier besteht die Gefahr, dass der Stress chronisch wird, was wiederum zu einem Burnout führen kann.

  1. Oder unterfordert

Aber auch das Gegenteil, nämlich Unterforderung, kann psychisch belastend sein. Zu viele leichte oder eintönige Aufgaben erzeugen Langeweile und Unzufriedenheit. Der Blick geht alle paar Minuten zur Uhr und man hat das Gefühl die Stunden lediglich abzusitzen. Wenn im Berufsalltag kein Projekt mehr Interesse weckt, macht die Arbeit auch keinen Spaß mehr. Gerade wenn das Unternehmen keine Möglichkeiten bietet sich weiterzuentwickeln und so mehr Verantwortung zu übernehmen, wächst die Frustration und die Arbeitsmoral sinkt.

Die Kündigung als einzige Konsequenz?

Eine Gallup-Untersuchung von 2019 zeigt, dass fast sechs Millionen Arbeitnehmer*innen in Deutschland (16%) innerlich gekündigt haben und 650.000 davon bereits aktiv auf der Suche nach einem anderen Job sind. Doch bevor es soweit kommen muss, können Arbeitgeber*innen aktiv gegensteuern. Mit einer Befragung über die DearEmployee Plattform können einzelne Stressoren identifiziert werden, die sowohl die Bindung als auch die Motivation und psychische Gesundheit der Beschäftigten beeinflusst. Zielgerechte Maßnahmen zur Bindung der Beschäftigten werden auf dem eigenen Marktplatz ebenfalls vorgestellt.

Falls Sie sich in den obigen Punkten wiedergefunden haben, heißt dies nicht, dass Sie morgen direkt die Kündigung einreichen sollten. Sprechen Sie Ihre Führungskraft auf mögliche Weiterbildungen an. Auch eine interne Versetzung oder eine Auszeit, beispielsweise in Form eines Sabbaticals, können dazu führen, dass Sie sich wieder motiviert und zufrieden auf den Weg zur Arbeit zu machen.

Autorin: Charlott Hoebel

 

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Häufig gestellte Fragen zur GBPsych-Dokumentation

Was muss bei der GBPsych dokumentiert werden?

Vier Bestandteile: Ergebnisse, Maßnahmen, Durchführungs- und Wirksamkeitskontrolle.

Gemäß §6 ArbSchG müssen vier Bestandteile dokumentiert werden: die Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung nach Bereichen und Belastungsdimensionen, die festgelegten Maßnahmen mit Verantwortlichen und Fristen, die Überprüfung der Durchführung sowie die Überprüfung der Wirksamkeit. Eine Dokumentation, die nur den Befragungsprozess, nicht aber Maßnahmen und Wirksamkeitskontrolle enthält, ist nach §6 ArbSchG unvollständig.

Wie lange muss die GBPsych-Dokumentation aufbewahrt werden?

Mindestens 5 Jahre nach Abschluss eines GBPsych-Zyklus.

Das ArbSchG nennt keine exakte Frist. In der Praxis haben sich mindestens 5 Jahre nach Abschluss eines GBPsych-Zyklus als Standard etabliert. Bei Erkrankungen mit möglichem Arbeitsbezug gelten analog zu Berufskrankheitenregelungen bis zu 30 Jahre. Empfehlenswert ist eine digitale Ablage mit automatischer Versionierung und Zeitstempel.

Ist eine Excel-Tabelle als GBPsych-Dokumentation ausreichend?

Formal ja, praktisch oft problematisch.

Rechtlich ist jedes Format zulässig, das schriftlich oder in vergleichbarer Weise elektronisch vorliegt (§6 ArbSchG). Eine Excel-Tabelle ist also formal erlaubt, muss aber alle vier Pflichtbestandteile vollständig enthalten, und nachträgliche Änderungen müssen erkennbar sein. In der Praxis scheitern Excel-Dokumente oft an Versionsproblemen und fehlender Wirksamkeitskontrolle.

Was passiert, wenn die GBPsych-Dokumentation bei einer Kontrolle fehlt?

Bußgelder bis zu 30.000 Euro nach §25 ArbSchG sind möglich.

Fehlende oder unvollständige Dokumentation gilt als Verstoß gegen §6 ArbSchG. Die Gewerbeaufsicht oder Berufsgenossenschaft kann Mängelhinweise, Verwarnungen oder Bußgelder bis zu 30.000 Euro nach §25 ArbSchG aussprechen. Bei wiederholten Verstößen oder Unfällen können die Konsequenzen erheblich größer ausfallen.

Mehr zu Strafen und Bußgeldern
Muss die GBPsych digital dokumentiert werden oder reicht Papier?

Beide Formate sind erlaubt, digital hat klare Praxisvorteile.

§6 ArbSchG verlangt eine schriftliche oder vergleichbar elektronische Dokumentation, beide Formate sind also zulässig. Entscheidend ist, dass die Dokumentation jederzeit zugänglich, dauerhaft lesbar und gegen unbemerkte nachträgliche Änderungen geschützt ist. Digitale Lösungen bieten Durchsuchbarkeit, Zugriffsrechte, automatische Fristenerinnerung und eine lückenlose Versionshistorie, Papierablage ist erlaubt, aber fehleranfälliger.

Welche Rechte hat der Betriebsrat bei der GBPsych-Dokumentation?

Der Betriebsrat hat ein Einsichtsrecht nach §80 BetrVG.

Der Betriebsrat hat nach §80 BetrVG ein Einsichtsrecht in die Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung, die gewählte Ablageform muss dieses praktisch ermöglichen. Zusätzlich besteht bei der Ausgestaltung des Verfahrens eine Mitbestimmung nach §87 BetrVG. Die Einbindung des Betriebsrats sollte selbst dokumentiert werden, da fehlende Nachweise dazu bei Kontrollen als Mangel gewertet werden können.

GB Psych und Betriebsrat
Gilt die Dokumentationspflicht auch für Betriebe unter 10 Beschäftigten?

Ja, die bisherige Ausnahme entfällt ab 2025/2026 schrittweise.

Die Dokumentationspflicht nach §6 ArbSchG gilt grundsätzlich für alle Betriebe mit mindestens einem Beschäftigten. Für Betriebe mit bis zu 10 Beschäftigten galt bislang eine vereinfachte Ausnahmeregelung, die 2025/2026 schrittweise entfällt. Damit müssen sich auch kleine Betriebe auf eine vollständige, nachvollziehbare Dokumentation einstellen.

Mehr zur GBPsych-Pflicht 2026
Wann muss die Wirksamkeit der Maßnahmen überprüft werden?

Laut BAuA spätestens 12–18 Monate nach Maßnahmeneinführung.

Die Wirksamkeitskontrolle ist der am häufigsten übersprungene Bestandteil, ohne ihn ist die GBPsych nach §6 ArbSchG unvollständig. Die BAuA empfiehlt, die Überprüfung spätestens 12–18 Monate nach Einführung einer Maßnahme durchzuführen, etwa über eine Nachbefragung, ein Feedbackgespräch oder ein erneutes Assessment in der betroffenen Gruppe, jeweils mit dokumentiertem Ergebnis.

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